Protestaktion zum Weltautismustag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Protestaktion zum Weltautismustag gegen die Verwendung des Wortes "Autismus" im Zusammenhang von Politik, Wirtschaft und Amokläufen

https://www.facebook.com/events/595019423849552/

Die spontane Idee zu der Protestaktion enstand durch die Häufung von Schlagzeilen in denen "Autismus" als journalistisches Stilmittel benutzt wurde (rechts sind einige Beispiele).

Mit spontanen Ideen ist das so eine Sache, eigentlich handele ich eher nach dem Motto "Spontanität muss wohl überlegt sein". In diesem Falle nicht. Die Schlagzeilen haben mich so aufgebracht, das ein Kurzer Schriftwechsel mit Sabine Kiefner reichte um die Idee umgehend in die Tat umzusetzen.

Facebook ist die ideale Plattform für so eine Aktion. Die Veranstaltungsseite war schnell und völlig planlos erstellt. Mit mittlerweile 523 Teilnehmern sprudelten die Ideen nur so rein. Ganz schnell war klar, dass wir einen offenen Brief brauchen. Viele Menschen haben daran mitgearbeitet und ich möchte mich auf diesem Wege nochmal dafür bedanken.

Andere wunderbare Ideen kamen noch zustande, so wie die Fotoaktion Wir sind Menschen  bei der über 100 Fotos von Autist/Innen zusammenkamen. Daraus enstanden dann die Plakataktion und die Puzzlebilder von Lena Verena Arzouni.

Auch hier möchte ich mich bei allen bedanken.

Die Aktion ist so toll angenommen worden, dass sie nicht mit dem 02.04.2013 endet, sondern auf jeden Fall weiter bestehen bleibt.

 

Reaktionen der Presse und Parteien

Reaktionen "Die Zeit" auf den Atikel

http://www.zeit.de/2013/15/nsu-prozess-beate-zschaepe

Sehr geehrte Frau Carstensen,

vielen Dank für Ihre Email. Sie erreichte mich erst heute, deshalb kommt meine Antwort erst jetzt. Ich bitte Sie, das zu entschuldigen.

Sie kritisieren zu Recht, dass ich in meinem Kommentar den Begriff "Autismus" als Metapher benutzt habe. Manchmal neigen wir Journalisten dazu, nicht intensiv über die eigentliche Bedeutung von Wörtern und Begriffen nachzudenken, wenn wir erst einmal von der Verwendung überzeugt sind.

Ich möchte Ihnen versichern, dass es wirklich nicht meine Absicht war, jemanden, der unter der Krankheit leidet, zu kränken. Wenn es dennoch passiert ist, tut mir das sehr leid.

Vielen Dank für Ihren kritischen und aufmerksamen Hinweis. Ich habe heute viel dazu gelernt. Ich hoffe, Sie können mir das verzeihen.

Mit den besten Wünschen

Özlem Topcu

 

Sehr geehrte Frau Topcu,
danke für Ihre Antwort. Es geht hier zum einen nicht um Kränkung sondern um Diskriminierung und zum anderen nicht darum jemandem zu verzeihen, sondern um Aufklärung. Auch möchte ich Sie darauf hinweisen das Autismus keine "Krankheit" ist.
Natürlich bin ich kritisch und aufmerksam, ebenso wie andere Autisten auch. Wir haben im Rahmen unserer Aktion https://www.facebook.com/events/595019423849552/nicht nur einen offenen Brief erstellt (den ich Ihnen im Anhang nochmals zusende), sondern es ist auch eine wunderbare Fotoserie enstanden, die uns Autisten zeigt wie wir wirklich sind. Gerne können Sie sich hier einen Einblick verschaffen
http://aspienaund.de.to/wir-sind-menschen.html
Vielleicht haben Sie ja Interesse, sich diesem Thema zuzuwenden. Autisten nicht als kranke Menschen zu zeigen, sondern als liebenswürdige fröhliche Menschen, die durchaus im Leben stehen, Familien und Partnerschaften haben und ihren Teil zur Gesellschaft beitragen. Gerne können Sie sich diesbezüglich mit mir in Verbindung setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Katja Carstensen

 

 

 

 

Zitat aus Spiegel-Online:

 

Adam Lanza hat KEINE Diagnose...dennoch schreibt eine Zeitung:

 

ZEIT ONLINE 16. April 12:07
Liebe Frau Carstensen,
Frau Topcu hat mich gebeten, Ihnen auch auf diesem Weg eine Antwort zukommen zu lassen. Das soll hiermit geschehen.
Ihr Anliegen, den offenen Brief und Ihre Aktion via FB zu unterstützen, prüfen wir.
Viele Grüße,
Juliane Leopold

Liebe Frau Carstensen,
Vielen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung. Ich leite Ihre Anmerkung an die Autorin des Artikels weiter. Generell ist es so, dass Sie hier auf dieser Facebook-Seite die Redaktion von ZEIT ONLINE antreffen, nicht die der ZEIT, wo der von Ihnen diskutierte Artikel entstanden ist.
Wir nehmen Ihr Schreiben aber gern zum Anlass, um über die Verwendung des Worts Autismus in Artikeln, die in unserer Redaktion entstehen, zu sprechen und unsere Sensibilität zu stärken.
Mit freundlichen Grüßen,
Juliane Leopold

Sehr geehrte Frau Carstensen,
es tut mir sehr leid, dass Sie noch keine Antwort erhalten haben. Aufgrund der Vielzahl der Zuschriften, die täglich für die Redaktion eingehen ist es unseren RedakteurInnen leider oft nicht möglich, zeitnah zu reagieren.
Ihre Empörung kann ich persönlich sehr gut verstehen!!! Bitte bleiben Sie so hartnäckig und wehren sich gegen den Gebrauch von der Krankheitsbezeichnung "Autismus" in falschen Zusammenhängen. Mein Vater
war schwer gehbehindert und durch seinen schwankenden Gang wurde er oft als
Alkoholiker beschimpft und belacht. Tröstlich ist in diesem Zusammenhang nur, dass solche Menschen es nicht besser wissen. Wer noch nie mit den verschiedenen Arten von Behinderungen die es gibt, zu tun hat, ist einfach unwissend. Entschuldigen tut das nichts.


Mit freundlichen Grüßen
Anne Kampermann
Kundenservice und Rechte & Lizenzen
ZEIT ONLINE GmbH
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg

 

Mal was echt positives. Ich habe Herrn Raab ja bezüglich seiner sehr unglücklich formulierten Aussage gestern angeschrieben und ihn um eine Stellungsnahme gebeten. Die kam gerade eben. Ich habe mich für seine schnelle Antwort bedankt und ihm auch mitgeteilt, dass ich selbige veröffentlichen werde. Ich finde diese schnelle Reaktion und auch die Antwort sehr erfreulich.
Sehr geehrte Frau Carstensen,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 3. April 2013.
Gerne möchte ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen Stellung nehmen:
Mit dem Antrag sollte die Situation der Menschen, die unter einer autistischen Störung leiden, näher beleuchtet und insbesondere die vorhandenen Fördermöglichkeiten abgefragt werden. Der von Ihnen angesprochene Satz sollte deutlich machen, dass eine Förderung nicht nur für Kinder und Jugendliche notwendig ist, sondern dies auch über den schulischen Bereich hinaus gewährleistet sein muss, um den betroffenen Menschen eine bestmögliche Teilhabe zu gewährleisten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass mit der richtigen Unterstützung, vielen Menschen mit Behinderung eine erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden kann. Dies wird durch viele erfolgreiche Modellversuche in den verschiedensten Bereichen belegt.
Meines Erachtens ist die Integration von Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben zugleich auch ein Mittel dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gerade im Bereich der Pflege bieten sich hier große Chancen, sowohl für die Menschen mit Behinderung als auch für die Arbeitgeber. Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es jedoch noch vielfach eines Umdenkens auf Seiten der Arbeitgeber. Diese sind derzeit nur eingeschränkt bereit Menschen mit Behinderung einzustellen, so dass diese Menschen oftmals lange nach einer passenden Stelle suchen. Dies war der Gedanke, welcher hinter dem von Ihnen aufgegriffenen Satz stand. Mir ist natürlich bewusst, dass die Art und Schwere der Behinderung bei der Frage, inwieweit eine Integration möglich ist, von großer Relevanz ist. Aus diesem Grund wurde in dem Antrag auch nach den vorhandenen Fördermöglichkeiten gefragt.
Ich bedauere es sehr, dass dies für Sie oder Dritte womöglich so aus dem von Ihnen angesprochenen Antrag nicht zu ersehen ist bzw. war. Keinesfalls wollte ich Menschen mit Behinderung in irgendeiner Form herabsetzen, insbesondere da ich mich immer mit allen Kräften für die Rechte der Menschen mit Behinderung eingesetzt habe und einsetze.
Deshalb haben wir den Antrag bereits im Dezember 2012 noch zurückgezogen und in Zusammenarbeit mit dem Autismus Verein Karlsruhe eine neue Anfrage erstellt die wir in den nächsten Tagen einbringen werden. Sie finden den Antrag dann wieder auf der Homepage des Landtags von Baden-Württemberg.
Mit freundlichem Gruß
Werner Raab MdL
Frau Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Elke Harms, schreibt :
Sehr geehrte Frau,
ihre E-Mail - mit Anhang - habe ich an die Fraktionen des Schleswig. Holsteinischen Landtages weitergeleitet.
Mit freundlichen Grüßen
Elke Harms
Hallo Frau Carstensen,
 
ich finde Ihr Anliegen sehr unterstützenswert. Ich selbst werde versuchen, den Begriff Autismus nicht in der von Ihnen kritisierten Weise zu benutzen und andere darauf hinzuweisen, falls sie dies tun.
 
Viele herzliche Grüße,
Fabio Reinhardt
Piratenfraktion Berlin

 

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