Stereotypen

Stereotypien und nichtfunktionale Routinen

Die meisten autistischen Menschen benötigen einen geregelten Tagesablauf um in der für uns oft verwirrenden Welt zurecht zu kommen. Bei vielen beinhaltet diese Notwendigkeit nichtfunktionale Routinen oder Stereotypien. Veränderungen ängstigen viele Autisten und sie werden oft um jeden Preis vermieden. Für einen Nichtautisten erwünschte und gewollte Abwechslung, ist für autistische Menschen der pure Stress. Spontane Aktivitäten sind häufig nicht möglich. Manchmal geht die Notwendigkeit der Routine soweit, dass zu den Mahlzeiten immer das selbe gegessen wird und immer nur das gleiche Getränk zu sich genommen wird. Stereotypien äußern sich häufig in rytmischen Bewegungen einzelner Körperteile (z.B "Wischeln" mit der Hand) oder Hin- und Herschaukeln des Oberkörpers. Vor allem bei Menschen mit frühkindlichen Autismus sind solche Verhaltensweisen zu beobachten. Aber auch bei Menschen mit dem Asperger-Syndrom treten stereotype Verhaltensweisen und nichtfunktionale Routinen auf. Es kann manchmal schon schwierig werden, wenn morgens die Kaffetasse nicht auffindbar ist die jeden Morgen benutzt wird, dann ist es vollkommen egal, dass im Regal noch zwanzig andere Tassen stehen.

Unangemeldeter Besuch bringt die meisten autistischen Menschen völlig aus dem Konzept. Manchmal müssen selbst Telefongespräche vorher verabredet oder geplant werden.

 

 

Stereotypie (Medizin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Stereotypie (von griechisch στερε?ς, stereós für fest, hart, haltbar, räumlich und τ?πος, týpos für -artig) bezeichnet Verhaltensanomalien in Form von wiederholten Handlungen, die der konkreten Umweltsituation nicht entsprechen, nicht im Zusammenhang mit ihr stehen und vielfach zwanghaften Charakter tragen.

Symptomatik

 

Sie beinhalten:

  • kontinuierliches Schnüffeln
  • Lecken, Beißen, Zwangsnagen
  • zwanghafte motorische Bewegungen, unterbrochen durch kataleptische Zustände
  • krankhaft häufig wiederholte Gedanken, sprachliche oder körperliche Äußerungen
  • Jaktation, krankhafte Unruhe

Die körperlichen Äußerungen können in Haltung oder Bewegungen auftreten, z. B. Jactatio capitis nocturna (nächtliches Kopfwackeln oder -rollen), Jactatio corporis (Schaukeln oder Wiegen des Oberkörpers) oder Pagodenwackeln (nach den Bewegungen chinesischer Priester vor ihren Götterbildern - das Vor- und Zurückbeugen des Oberkörpers). Jaktation kann zu Verletzungen führen. Häufig ist sie bei geistig behinderten oder autistischen Kindern, auch bei psychischem Hospitalismus.

Ausgenommen von IDC-10 F98.4 sind Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Nägelbeissen, Nasebohren (alle F98.8), Tics (F95, kennzeichnend etwa für das Tourette-Syndrom), Trichotillomanie (F63.3), Stottern (F98.5) sowie alle nicht psychogenen Störungen (unwillkürliche Bewegungen, Bewegungsstörungen organischer Ursache). Auch von den Zwangsstörungen (IDC F42) sind sie abzugrenzen.

Auch bei Tieren können Stereotypien auftreten, insbesondere bei Haltung in Gefangenschaft.



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