Autistic Savants

Die Inselbegabung – auch Savant-Syndrom genannt – ist ein Phänomen, bei dem Menschen, oft mit kognitiver Behinderung, in einem kleinen Teilbereich außergewöhnliche Leistungen vollbringen. 50 Prozent der bekannten Inselbegabten sind Autisten. Sechs von sieben Inselbegabten sind männlich. Es gibt keine zuverlässigen Untersuchungen darüber, wie häufig das Savant-Syndrom auftritt. Treffert schlug 1988 eine Unterscheidung in erstaunliche und talentierte Savants vor. Während die erstaunlichen Savants wirklich herausragende Fähigkeiten besitzen, weisen die talentierten Savants höchstens durchschnittliche Leistungen auf, die aber in Anbetracht ihrer Behinderung bemerkenswert sind. Zurzeit sind weltweit etwa 100 Menschen bekannt, die man nach dieser Unterteilung als erstaunliche Savants bezeichnen kann. Der Intelligenzquotient der Personen liegt meist unter 70, kann aber auch durchschnittlich, in einigen Fällen auch überdurchschnittlich sein. Die Fähigkeiten sind dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt. Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte das Savant-Syndrom unter anderem durch den Film Rain Man.

Quelle:Wikepedia

 

  Matt Savage, ein musikalisches Genie

Die Grafik "http://www.3sat.de/imperia/md/images/onliner/2006/freud/expeditionen_ins_hirn16_310x180.jpg" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.   Matt Savage war ein seltsames Kind. Bis er vier war, durfte ihn nicht einmal seine Mutter anfassen. Beim kleinsten Geräusch bekam er Schreikrämpfe. Die Diagnose des Kinderarztes: Matt ist Autist. Die Eltern müssten sich mit extremen Verhaltensweisen abfinden, ausgelöst von den schweren "Fehlschaltungen" seines Gehirns. Als Matt Savage sechs war, brachte er sich - mehr oder weniger über Nacht - das Klavierspielen bei. Mit sieben begann er zu komponieren - Jazz. Im selben Jahr erschien seine erste CD mit eigenen Kompositionen. 2005, einen Tag vor seinem 13. Geburtstag, tritt Matt Savage in New Yorks berühmtestem Jazzclub, dem "Birdland", auf. Jazzlegenden wie Chick Corea nennen ihn ein Jahrhunderttalent.

 

Stephen Wiltshire, die "lebende Kamera"

  Nicht weniger verblüffend sind die Künste von Stephen Wiltshire, der ebenfalls als Autist diagnostiziert wurde. Der junge Mann aus London fliegt für "Expedition ins Gehirn" knapp 45 Minuten lang mit einem Helikopter über Rom. Anschließend soll er ein fünf Meter langes detailgetreues Luftbild-Panorama der ewigen Stadt zeichnen - aus dem Gedächtnis. Denn Stephen ist ein Zeichen-Savant: Ein solches Kunststück ist ihm schon in seiner Heimatstadt London gelungen; selbst die Anzahl der Fenster in wichtigen Gebäuden hatte er damals präzise wiedergegeben.

http://www.3sat.de/imperia/md/images/onliner/2006/freud/expeditionen_ins_hirn13.jpg

  

Kim Peek, der "Mega-Savant"

 Kim Peek aus Salt Lake City ist der "wahre Rainman". Er liest nicht, er scannt Buchseiten. Das visuelle System seines Gehirns erlaubt ihm offenbar, mit dem einen Auge eine Seite und mit dem anderen Auge parallel eine andere Seite zu lesen und den jeweiligen Inhalt in etwa acht Sekunden zu speichern.  http://www.3sat.de/imperia/md/images/onliner/2006/freud/expeditionen_ins_hirn03.jpg

Genauso speichert Kim beliebige Daten wie auf einer internen Festplatte: Melodien, Namen, historische Jahreszahlen, den Kalender, das komplette Fernsehprogramm, alle Telefonvorwahlen der USA, das Straßennetz aller Staaten. Doch Kim bezahlt einen Preis für seine geheimnisvollen Fähigkeiten:Kim galt als Kind als geistig schwer behindert - ehe er mit vier die ersten Lexikonbände im heimischen Wohnzimmer auswendig konnte. Auch mit über 50 kann der "Mega-Savant“, wie ihn die Wissenschaftswelt bewundernd nennt, nicht allein für sich sorgen.

 

Genial, aber hilfsbedürftig 

Howard Potter, der als Kind auffiel, weil er exakt die Anzahl von Erbsen auf Tellern kalkulieren konnte, ist auch mit 40 auf die tägliche Hilfe seiner Mutter angewiesen. Howard zieht Quadratwurzeln wie andere die fünf Finger an ihrer Hand zählen, er liebt Primzahlen und vor allem: das endlose Reservoir der Fußballresultate. "Die Begeisterung, wenn jemand ein Tor schießt", erzählt seine Mutter, "ist Howard fremd. Er interessiert sich nur für die Zahlen.

  

Temple Grandin versteht Tiere besser als Menschen

Als kleines Mädchen sprach Temple Grandin gar nicht. Und danach hänselten die anderen Schulkinder sie, weil sie "wie ein Kassetten-Rekorder" aufgeschnappte Worte und Sätze nur abzuspielen schien. Menschensprache hat sie sich - Dank ihrer herausragenden Intelligenz - als "Fremdsprache" angeeignet. Die Sichtweise von Tieren aber, die ebenfalls nicht in Sprache, sondern in Bildern "denken", kennt Temple wie ihre Muttersprache. Prof. Baron-Cohen ist überzeugt, dass in Temples Kopf ein eher männliches "System-Gehirn" arbeitet.

Dr. Temple Grandin ist heute die wichtigste Frau in der Viehindustrie der Steak- und Burger-besessenen USA. Sie hat mehr als die Hälfte aller Tierzuchtanlagen der größten Fleisch produzierenden Nation der Welt gestaltet. 

Die Grafik "http://www.3sat.de/imperia/md/images/onliner/2006/freud/expeditionen_ins_hirn21_310x180.jpg" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.

 

Sie kennt die Ängste der Kühe, Schweine oder Schafe genau. Doch die Gefühls- und Denkwelten der Normalmenschen kann sie nach wie vor nicht verstehen. Sie wird sich nie im Leben verlieben können

 

  Quelle:  Expedition ins Gehirn  3 sat

 

Nach oben