Meine Mutter ist ein Aspie

 

Meine Mutter ist ein Aspie

Eigentlich habe ich meine Mutter schon immer als etwas schräg empfunden. Sie hat schon immer anders reagiert, als die Mütter meiner Freundinnen. Das Zusammenleben war anders als in anderen Familien, teilweise sehr chaotisch, teilweise mit unverständlichen strengen Regeln. Hausarrest gab es bereits bei Lappalien, anderseits hat sie mit uns geredet und Verständnis gezeigt, wo die Mütter meiner Freundinnen ausgerastet wären. Wir mussten z.B. nie Angst haben mit schlechten Schulnoten nach Hause zu gehen. Schwierig war es wenn wir krank waren, ohne nach aussen hin eine Sichtbar schwere Verletzung zu zeigen. Je nach fortgeschrittenem Alter mussten wir uns dann selber versorgen, weil meine Mutter einfach nicht in der Lage war zu erkennen, dass es uns wirklich nicht gut ging. Früher habe ich mich in solchen Situationen oft so gefühlt als würde sie mir unterstellen zu simulieren und sie anzulügen. Ich bin selten von meiner Mutter in den Arm genommen worden, dass fehlte mir oft, vor allem wenn ich traurig war und einfach nur eine Umarmung brauchte.

Ziemlich schräg ist auch ihre Sammelsucht. Vieler meiner "Freunde" waren sehr geschockt, als sie das erste mal die Wohnung betraten, da man doch sehr erschlagen wird von dem ganzen Sammelsourium - vor allem zu Weihnachten-. Mir persönlich gefällt es sehr, es hat etwas gemütliches. Dennoch würde ich nie meine eigene Wohnung so dekorieren. Ich war in letzter Zeit sehr in Versuchung meiner Mutter irgend etwas dämliches zu schenken und davon dann drei Teile ( weil erst dann gesammelt wird) - einfach nur um festzustellen ob sie auch dann sammelt.

 

 

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